Wildgerlostal

Krimml, Wald im Pinzgau

Gipfel und Übergänge

Gipfel:

  • Wildgerlosspitze (3.289 m)
  • Reichenspitze (3.303 m)
  • Roßkopf (2.845 m)
  • Gabler (3.263 m)
  • Wildkarspitze (3.073 m)

Übergänge:

  • über Rainbachscharte (2.724 m) zum Krimmler Tauernhaus (1.631 m)
  • über Rosskarscharte (2.689 m) zur Richter Hütte

Hartes und weiches Gestein

Der Wildgerlosbach – ein kräftiger Gletscherbach – schuf die schöne Leitenkammerklamm mit prächtigen Kolken und Erosionsformen. Hier schneidet sich der Bach durch den harten Zentralgneis des Venedigermassivs bevor er 100 Meter tiefer in den heutigen Stausee Durlaßboden fließt, der über weichem Gestein der Schieferhülle liegt. Wasseramseln und Gebirgsstelzen sind in diesem Bereich oft zu sehen. In der Klamm finden wir Alpenribisel, Steinbrecharten und eine reiche Moos- und Farnflora.

Einer der größten Seen im Nationalpark

Der Untere Gerlossee in 2.328 m Seehöhe ist zehn Hektar groß und 39 Meter tief. In seiner Umgebung kann man Bergpieper und Murmeltiere beobachten. Die Blockfelder ringsum sind mit Landkartenflechten und Zwergweiden bewachsen. Dazwischen finden wir Krummseggenrasen. Der Obere Gerlossee hat eine schöne Verlandungszone mit Scheuchzers Wollgras und Moosen.

Glaziale Formenschätze

Das Wildgerlostal zeigt wunderbar die Formung der Landschaft durch eiszeitliche Gletscher. Es ist ein typisches Trogtal. Hier schürfte der Gletscher das einst V-förmige Kerbtal zur heutigen U-Form aus. Die Gletscher und die Verwitterung schufen Kare, in denen nach Wegschmelzen des Eises schöne Bergseen - wie die Gerlosseen - entstanden. Der letzte kräftige Gletschervorstoß der Nacheiszeit fand 1850-1855 statt. Zeuge davon ist die „1850er-Moräne“, abgelagertes Schutt- und Gesteinsmaterial, besonders schön zu sehen vor dem zurückweichenden Wildgerloskees.

Steter Tropfen - Wasser und Eis formen die Landschaft

Leitenkammerklamm

Vom Gasthaus Finkau geht man ½ Stunde durch Fichtenwald bis zur Klamm. Sie ist mit Aussichtskanzeln gut erschlossen. Wasseramseln und Gebirgsstelzen können in den prachtvollen Erosionskolken beobachtet werden. Nach einer Steilstufe südlich der Trisslalm öffnet sich das markante Trogtal des Wildgerlostales. Weiter ins Tal oder über den Leitenkammersteig auf die Breitscharte, den Plattenkogel (2039 m, Naturdenkmal) und nach Krimml.
Gehzeit: ab Finkau ca. 1 Stunde bis zur Trisslalm

Wildromantisch - Zur Zittauer Hütte

Diese einfache Talwanderung wird im letzten Teil steil und hochalpin. Die urwüchsigen Zirbenbestände an den Talflanken reichen bis ca. 2.000 m hinauf. Dann geben wildzerklüftete Felsen der Trogwände und Felsen von Bergstürzen dem Tal sein wildromantisches Flair. Der Gletscherbach hat Platz und fließt weitgehend unberührt. Der zurückweichende Gletscher am Talende hinterließ eine beeindruckende Endmoräne aus dem Jahr 1850. Durch diese Moränenlandschaft führt der letzte Anstieg bis zum Unteren Gerlossee.
Gehzeit: ca. 3 Stunden

Hochalpin - Rainbachscharte bis ins Krimmler Achental

Von der Zittauer Hütte weiter zum Oberen Gerlossee führt ein hochalpiner, etwas ausgesetzter aber gesicherter Weg über die Rainbachscharte in das Rainbachtal und weiter in das Krimmler Achental. Im Aufstieg findet man Gletscherhahnenfuß, Klebrige Primel und Kleine Soldanelle. Murmeltiere sind zu hören oder zu sehen. Der Ausblick von der Scharte auf die Dreitausender und Gletscher ist atemberaubend. Der Abstieg von der Scharte ist zu Beginn mit Seilen und Leitern gesichert. Achtung: im Frühjahr sind die Sicherungsseile noch unter dem Schnee versteckt. Weiter zum Rainbachsee (2.404 m) mit schöner Verlandungszone und Wollgras, durch Krummseggenrasen, Zwergstrauchheide zu verlassenen Almflächen und durch Latschen und Zirbenwald zum Rainbachtal. Über die Steilstufe führt der Weg hinunter zum Krimmler Tauernhaus.
Gehzeit: ca. 4 Stunden

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