Lebensräume (Ökologie)

Im Nationalpark Hohe Tauern findet man eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume von unberührten Gewässern, über Urwälder bis hin zu alpinen Rasen, Geröllhalden und Felsen. Jeder Lebensraum zeichnet sich durch besondere Lebensbedingungen aus, an die sich Spezialisten aus dem Tier- und Pflanzenreich angepasst haben. Bedingt durch die verschiedenen Lebensräume hat sich im Nationalparkgebiet eine enorme Artenvielfalt entwickelt.

Die extremen Lebensbedingungen im Gebirge prägen die Landschaft und die Tier- und Pflanzenwelt. Mit zunehmender Höhe wird es kälter und der Schnee bleibt länger liegen. Die Strahlung, die Niederschlagsmenge und der Wind nehmen zu. Die kontinuierliche Änderung der klimatischen Verhältnisse vom Tal bis in die Gipfelregionen führt zur stufenweisen Änderung der Vegetation. Wandert man im Nationalpark Hohe Tauern vom Tal bis in die Gipfelregionen, dann ändern sich das Klima und die Tier- und Pflanzenwelt wie bei einer Reise von Mitteleuropa bis in die Arktis.

Zwischen der Nord- und Südabdachung der Hohen Tauern herrschen jedoch klimatische Unterschiede. Die Tauernsüdseite ist durch stärkere Sonneneinstrahlung und geringere Niederschlagsmengen klimabegünstigt, wodurch die Vegetationsstufen und die Pflanzen gesellschaften weiter hinaufreichen als auf der Tauernnordseite.

Höhenstufen des Nationalpark Hohe Tauern

Montane Stufe:

Die montane Stufe, die auch als Bergwaldstufe bezeichnet wird, reicht auf der Tauernnordseite vom Talboden bis auf 1.600 m und auf der Südseite bis 1.700 m. Je höher man hinaufsteigt, desto kürzer ist die Vegetationszeit und die Bäume wachsen langsamer. An exponierten Stellen sind sie großen Windstärken, intensiver Sonneneinstrahlung und großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht ausgeliefert.

Subalpine Stufe:

Die Subalpine Stufe beginnt bei 1.600 bzw. 1.700 Höhenmeter und reicht auf der Nordabdachung bis 2.200 m und auf der Südseite des Nationalparks bis 2.300 m. Diese Stufe hat der Mensch über Jahrhunderte bewirtschaftet. Der natürliche Lärchen-Zirben-Wald, der im oberen Bereich in den Zwergstrauchgürtel übergeht, wurde gerodet und es wurden Lärchwiesen und Almen geschaffen. Dadurch hat sich auch die Waldgrenze nach unten verlagert.

Alpine Stufe:

Oberhalb der Waldgrenze können aufgrund der tiefen Temperaturen, der hohen Windgeschwindigkeiten und der kurzen Vegetationszeit keine Bäume wachsen. Nur an ökologisch günstigen Standorten treten verkrüppelte Bäume auf, deshalb bezeichnet man diesen Bereich auch als „Kampfzone des Waldes“. Durch die kurze Vegetationszeit können Bäume an der Waldgrenze nur alle fünf bis zehn Jahre ausreichend Samen produzieren, was ein zusätzlicher limitierender Faktor für die Ausbreitung von Bäumen in der Alpinen Stufe ist.

Diese Webseite verwendet Cookies um Sie bei der Nutzung zu unterstützen. Durch die Nutzung dieser Webseite akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies.» mehr Informationen