Natur- und Umweltbildung

Nationalparks sind Schutzgebiete, die intakte Lebensräume und ihre charakteristischen Tiere und Pflanzen unter Schutz stellen und erhalten. Gleichzeitig dienen Nationalparks als Erholungsraum für den Menschen. Aber auch die vielfältigen Interessen der Bevölkerung müssen berücksichtigt werden. Dies betrifft die Jagd und Fischerei, Land- und Forstwirtschaft sowie die Tourismus- und Freizeitwirtschaft. Somit befindet sich jeder Nationalpark im Spannungsfeld zwischen Natur schützen und Natur nützen. Es obliegt dem Geschick des Nationalparkmanagements, die Interessen der Bevölkerung zu wahren und gleichzeitig seinem obersten Ziel, die Natur zu schützen, gerecht zu werden.

Der Nationalpark Hohe Tauern ist der älteste Nationalpark in Österreich und mit seiner Fläche von über 1.850 km² ist er der größte Nationalpark der Alpen. Die höchsten Gipfel Österreichs, die mächtigsten Gletscher der Ost alpen und imposante Wasserfälle prägen das Landschaftsbild dieses Hochgebirgsnationalparks. Gebirgsbäche sind in ihrer Unberührtheit die Lebensadern der Landschaft. Trotz der extremen Lebensbedingungen findet man im Nationalpark Hohe Tauern eine Vielzahl unterschiedlicher Biotope mit einer enormen Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren. Alpine Urlandschaften wie Gletscher, Felswände und Alpine Rasen bilden die Kernzone des Nationalparks. Sie ist umgeben von der im Laufe von Jahrhunderten entstandenen bergbäuerlichen Kulturlandschaft.

Der Nationalpark in Zonen

Im Nationalpark Hohe Tauern grenzt unberührte Naturlandschaft direkt an die vom Menschen über Jahrhunderte gepflegte Kulturlandschaft. Beide Landschaftelemente werden im Nationalpark Hohe Tauern geschützt. Um seinen Schutzzielen gerecht zu werden, hat der Nationalpark Hohe Tauern ein Zonierungsmodell entwickelt. Gemäß den Bestimmungen der IUCN ist der Nationalpark Hohe Tauern in Kern- und Außenzonen sowie in Sonderschutzgebiete gegliedert.

Kernzonen (Natur- und Wildniszonen)

Zu den Kernzonen gehören alpine und hochalpine Bereiche, die in ihrer Ursprünglichkeit weitgehend erhalten geblieben sind. Diese Zonen unterliegen strengen Naturschutzregeln. Hier ist jeder Eingriff in die Natur und in den Naturhaushalt sowie jede Beeinträchtigung des Landschaftsbildes, bis auf wenige Ausnahmen, verboten. Zu diesen Ausnahmen gehören unter anderem die zeitgemäße und naturnahe Land- und Forstwirtschaft oder der herkömmliche Wander- und Alpintourismus. Gemäß den Vorgaben der IUCN müssen jedoch 75 % der gesamten Fläche der Kernzonen außer Nutzung gestellt sein. Zusätzlich befinden sich in Kernzonen sogenannte sekundäre Wildnisgebiete, in denen ehemals genutzte Flächen außer Nutzung gestellt und natürlichen Prozessen überlassen wurden.

Außenzonen (Bewahrungs- und Kulturzonen)

Die Außenzonen des Nationalparks mit ihren Almen, Mähdern und naturnah bewirtschafteten Bergwäldern umschließen die Kernzonen und sind die Übergangsbereiche zwischen dem Dauersiedlungsraum und den streng geschützten Gebieten. In den Außenzonen trifft man auf eine außerordentliche Artenvielfalt, die durch traditionelle, naturnahe Bewirtschaftungsformen entstanden ist. Während in den Kernzonen der strenge Naturschutz im Vordergrund steht, ist in den Außenzonen die Erhaltung der Kulturlandschaft und der Artenvielfalt das primäre Schutzziel.

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