Pressefrühstück Wien

Bartgeier Junges im Nationalpark geschlüpft

05.03.2018 erstellt von Nationalpark Verwaltung Salzburg

Der Nationalpark Hohe Tauern freut sich über Nachwuchs. Ende Februar ist im
Rauriser Krumltal ein Bartgeierjunges geschlüpft ist. „Seid der Wiederansiedlung der Bartgeier im Jahr 1986 ist das bereits der fünfte Bartgeiernachwuchs bei uns im Nationalpark“, freut sich Landeshauptmann- Stellvertreterin Astrid Rössler.

Im Zuge des diesjährigen Horstmonitorings wurde schon am 8. Jänner festgestellt, dass heuer im Krumltal wieder gebrütet wird. Somit war mit einem möglichen Schlupftermin Ende Februar zu rechnen. Tatsächlich konnten bei einer weiteren Horstkontrolle Fütterungsaktivitäten der Elternvögel bestätigt werden. Gefüttert wird derzeit alle zwei Stunden, der Junggeier liegt aber tief in der Horstmulde und ist noch nicht zu sehen.

Der Schutz der Bartgeierfamilie hat jetzt oberste Priorität. Für die Nationalparkverwaltung heißt das, die nächsten Monate den Brutplatz laufend zu kontrollieren und möglich Störeinflüsse zu vermeiden. Ab sofort sind deswegen Hubschrauber- und Drohnenflüge im Krumltal tabu. Die Wege in der Umgebung des Horstes dürfen nicht verlassen werden und Filmen und Fotografieren im Nestbereich ist ebenso verboten. Greifvogel Interessierte werden dringend ersucht, Beobachtungstouren ‚auf eigene Faust‘ zu unter-lassen, derzeit nicht zuletzt auch aufgrund der noch herrschenden Lawinengefahr im Krumltal. Die Zeit bis Anfang Juli – ab dann sollte der Jungvogel flügge werden – ist die empfindlichste, hinsichtlich Störungen, die im schlimmsten Fall zum Abbruch der Fütterung führen können.

„Ab dem Sommer werden wir den Besucherinnen und Besuchern selbstverständlich ein eindrucksvolles Naturerlebnis rund um unsere Bartgeier im Nationalpark anbieten“, so Rössler weiter. „Die Rangerstation im Krumltal wird dann durch Personal der Nationalparkverwaltung betreut, das die weitere Überwachung und Beobachtung der Bartgeier sicherstellt. Gleichzeitig werden die Gäste informiert und ihnen selbstverständlich auch ein Blick durch Fernglas und Spektiv ermöglicht. Von Juli bis Anfang September werden jeden Dienstag fachkundige Ranger- Führungen ins Krumltal angeboten. Ab 14. Mai ist zusätzlich die Ausstellung ‚Könige der Lüfte‘ in Rauris Wörth geöffnet“, bestätigt Nationalpark-Direktor Wolfgang Urban die bereits getroffenen Planungen.

Im Krumltal nahm 1986 das internationale und alpenweite Projekt zur Wiederansiedlung des Bartgeiers bekanntlich seinen Ausgang. Bis 2009 waren alle Jungvögel im Nationalpark Hohe Tauern künstlich wieder angesiedelte aus Zuchtprogrammen von Zoos aus ganz Europa. Erst 2010 – als es schon vielfach Wildbruten in anderen alpinen Schutzgebieten gab - kam es zur ersten erfolgreichen Brut im Nationalpark Hohe Tauern, und das wieder im Krumltal. Seit her wurden von dem Paar in den Jahren 2010, 2011, 2014 und 2016 insgesamt vier wilde Junggeier großgezogen, heuer folgt der fünfte.

Im Vorjahr sind alpenweit bereits 31 Junggeier erfolgreich ausgeflogen, aber in Österreich leider nur 1 Junggeier im Kärntner Katschberggebiet. Im Krumltal und im Gschlöß kam es bedauerlicher Weise am Ende der Brutzeit zum Brutabbruch. Alpenweit bestehen trotz der letztjährigen Rekordzahlen große regionale Unterschiede. Während um den Mt. Blanc sowie um den Schweizer und Stilfserjoch Nationalpark die Zahl der Brutpaare und der wilden Jungvögel bereits relativ hoch ist und dort erste dichteabhängige Mechanismen wirksam werden, besteht in den Süd-West- und den Ostalpen noch Aufholbedarf. Im gesamten Alpenraum sind seit dem Beginn des Wiedereinbürgerungsprojektes bereits 204 Junggeier ausgeflogen, davon in Österreich aber erst neun.

In den Hohen Tauern weist der Bestand eine hohe Fluktuation auf, einen hohen Verlust an Altvögel und eine hohe Sterblichkeit. Als Hauptfaktor wurden Bleivergiftungen identifiziert. Damit im Zusammenhang steht auch die Initiative der Nationalparkverwaltung zur Förderung der bleifreien Büchsenmunition, auch im gesamten internationalen Bartgeiermonitoringprojekt Beachtung gefunden hat.

In den nächsten Jahren wird es aber immer noch unterstützende Freilassungen brauchen, wobei der genetischen Vielfalt vermehrt ein besonderes Augenmerk gewidmet wird. Beginnend bei der gezielten Bartgeierzucht in den Zuchtzentren und Zoos bis zur Freilassungsstrategie. So werden seit den letzten Jahren im Alpenbereich primär Junggeier mit noch im alpinen Freiland seltenen Genlinien freigelassen. Auch für die Freilandbruten wurde ein eigenes genetisches Monitoring installiert, um die genetische Entwicklung der Population zu überwachen.

Rückfragen:
DI Wolfgang Urban MBA
Nationalparkverwaltung
5730 Mittersill, Gerlosstraße 18
+43 6562 40849-22 od. +43 664 8284239
wolfgang.urban@salzburg.gv.at

Bartgeier Baby

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