Murtal

Muhr

Gipfel und Übergänge

Gipfel:

  • Großer Hafner (3.076 m)
  • Kölnbreinspitze (2.934 m)
  • Weinschnabel (2.754 m)
  • Schöderhorn (Gr. Mureck, 2.475 m)
  • Kleines Mureck (2.402 m)
  • Weißeck (2.711 m)
  • Silbereck (2.810 m)
  • Oblitzen (2.658 m, „Hausberg“ von Muhr)

Übergänge:

  • über Wastlkarscharte (2.721 m) zur Kattowitzer Hütte/Maltatal
  • über Muritzenscharte (2.386 m) ins Maltatal
  • über Schmalzscharte (2.444 m) zu den Schwarzseen
  • über Murtörl (2.260 m) zur Kreealm/Hüttschlag

Himmelsherold und Alpensegler

Das Murtal liegt an der Südostabdachung der Hohen Tauern am Übergang zu den Niederen Tauern. Große Gletscher fehlen (Rotgüldenkees, Muritzenkees), dafür prägen wunderschöne und z.T. sehr tiefe Karseen die Landschaft. Deren Verlandungszonen sind äußerst schöne und sensible Bereiche. Spezielle naturkundliche Führungen werden angeboten. Der 1.996 m hoch gelegene Obere Rotgüldensee ist mit seiner ausgedehnten Verlandungszone ein wahres Kleinod. Der Untere Schwarzsee ist mit 56,7 m Tiefe der tiefste See im Nationalpark. Klimatisch und geologisch unterscheidet sich das Murtal von den übrigen Salzburger Nationalparktälern. Bei Muhr kommt man an den interessanten Steppenhängen vorbei, die sich durch eine spezielle Vegetation und eine hohe Artenzahl verschiedenster Insektenarten auszeichnen. Wärmeliebende Arten wie Alpensegler und Felsenschwalbe sind anzutreffen. Laubwälder fehlen weitgehend im Murtal, dafür finden sich subalpine Fichtenwälder und darüber wunderschöne Lärchen-Zirbenwälder. Nur in den höchsten Höhen findet man den Himmelsherold, eine hochalpine Polsterpflanze, die sehr selten ist.

Arsen und Gold

An zahlreichen Stellen im oberen Murtal wurden Erze gefunden, beschürft und abgebaut. Bedeutend waren Schellgaden am Taleingang mit seinem historischen Goldbergbau und das Silbereck und Rotgülden (Silber, Gold, Arsen). Rotgülden war einer der ältesten und am längsten lebenden Bergbaue des Lungaues und zuletzt die einzige Erzeugungsstätte für Arsenik in der alten österreichischen Monarchie. Das Arsen (Hüttrach) wurde bis nach Kleinasien exportiert.

Ursprung eines europäischen Flusses

Die Mur fließt auf 444 km Länge vom Lungau über die Steiermark nach Slowenien und mündet im kroatisch-ungarischen Grenzgebiet in die Drau. Der Ursprung liegt im Nationalpark Hohe Tauern im innersten Murtal in der Schmalzgrube auf 1.898 m. Der noch kleine Murbach mäandriert malerisch im Trogtal mit seinen anmoorigen Wiesen mit Seggen, Sumpfdotterblume und Sumpfläusekraut. Talauswärts sieht man auf das prächtige Weißeck. Das Wasser der Gegend wird von der Energiewirtschaft genutzt und durch Leitungen und über unterirdische Druckstollen zum Unteren Rotgüldensee und dem Kraftwerk Hintermuhr geführt. Auf eine ökologische Bauweise wurde dabei Wert gelegt.

Der tiefste Bergsee im Nationalpark

Soweit man will - Murursprung und Schwarzseen

Der Untere Schwarzsee zählt mit 57 m Tiefe zu den tiefsten Alpenseen. Der zum Naturdenkmal erklärte Obere Schwarzsee liegt inmitten einer einsamen Gebirgslandschaft. Unberührte Vegetation und Blockfluren säumen das Ufer. Ab der Sticklerhütte geht es auf dem Weg Nr. 711 am Murursprung vorbei (ca. 1 ½ Stunden) durch die Schmalzgrube und über die Schmalzscharte (2.444 m) zum Unteren (2.221 m) bzw. Oberen Schwarzsee (2.339 m). Knapp unter der Schmalzscharte liegt das Albertbiwak. Am Weg trifft man auf hochalpine Pflanzen wie Rudolphs Steinbrech oder Gletscherhahnenfuß.
Gehzeit: ab Sticklerhütte ca. 4 bis 5 Stunden, ab Schmalzscharte nur für erfahrene Bergsteiger. Rückweg wie Aufstieg.

Für Wissbegierige - Lehrweg Rotgüldensee

Diese Wanderung im Nationalparkvorfeld beginnt beim „Arsenhaus“ im hinteren Murtal. Lehrtafeln zum Bergbau, zur Kulturlandschaft und zur Vegetation bereichern den Weg zum Unteren Rotgüldensee, einem landschaftlich gut integrierten Stausee. Eine Einkehr in der Rotgüldenseehütte stärkt für den Abstieg, wobei hier die auf der anderen Bachseite führende Fahrstrasse gewählt werden kann.
Gehzeit: max. 2 ½ Stunden hin und retour.

Für Schwindelfreie - Großer Hafner

Diese anspruchsvolle Tour auf den höchsten Gipfel des Lungaus belohnt mit fantastischer Aussicht. Mehrere Seilsicherungen (Oberer Rotgüldensee, Wastlkarscharte, Marschneid) erleichtern den Aufstieg. Der Weg zum Oberen Rotgüldensee führt in kleinen Serpentinen über die felsige Steilstufe in die Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern. Über Holzleitern, seilversicherte Felsbänder und -rinnen, vorbei an einzelnen Zirben erreicht man nach einer Stunde Gehzeit ab Rotgüldenseehütte den Oberen See. Die Verlandungszone am Oberen Rotgüldensee ist ein unberührtes Naturareal. Wilder Schnittlauch, Moorenzian, Wollgras und Schachtelhalm wachsen hier. Bedeutender Laichplatz des Grasfrosches und Lebensraum für Libellen. Weiterer Anstieg über die steile, aber versicherte Wastlkarscharte und einen kleinen Gletscher (Wastlkarkees) zur Marschneid. Von hier steigt man über den steilen Südwestgrat durch teils schwierig zu begehendes Gelände auf den Großen Hafner auf. Botanikeraugen werden eventuell den Himmelsherold entdecken. Der letzte Anstieg zum Gipfel ist von Steinmandln übersäht.
Gehzeit: von der Rotgüldenseehütte zum Hafnergipfel: ca. 5 ½ bis 6 Stunden (1.341 hm).

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